SCM regt unternehmerisches Denken an.

DO School bietet real-life SCM Fallstudie für junge Sozialunternehmer.

Lernen heißt Erfahrungen machen. Das gilt umso mehr, wenn das Objekt des Tuns außerhalb des gewohnten Aktionsradius liegt. So startete die DO School in Hamburg mit jungen Sozialunternehmern aus unterschiedlichen Herkunftsländern, in Zusammenarbeit mit H&M,  Anfang 2014 die „Green Store Challenge“ . Fürs kommende Jahr fordert sie zur „Packaging Challenge“ auf.

Diese beginnt im März 2015. Am Beispiel einer H&M Produktlinie wird in 10 Wochen eine neue Verpackungslösung entwickelt, die zwischen Zentrallager und H&M Läden in Hamburg konkret getestet werden soll. Das Ziel: „minimize waste and energy, optimize the handling process and create maximum recycling and upcycling opportunities along the way“. Parallel arbeitet jeder der Teilnehmer an einem Geschäftsplan für sein eigenes unternehmerisches Vorhaben, das er in den folgenden 10 Monaten in seinem Heimatland umsetzen will.

Das Motto der DO School – „Dream, Focus, Plan, DO“ und der Ansatz, Lernräume außerhalb der gewohnten Umgebung zu schaffen, könnte auch unternehmerisches Denken des Managementnachwuchses in eher traditionellen Branchen beflügeln. Stichwort Industrie 4.0. Wer kreiert denn die Geschäftsmodelle der Zukunft, wo der deutsche Maschinenbauer künftig auch auf der Klaviatur von Amazon oder Google spielt?

Von DO School hatte ich noch nie gehört bis mich Marie Steinhoff, Kommunikationschefin der DO School, zum Stichwort Supply Chain Management ansprach. Mich fasziniert diese Initiative und die bunte Mischung von Talenten, die da zusammenfindet. Im Gespräch mit Florian Hoffmann, dem Gründer der DO School, will ich daher etwas mehr erfahren:

DO School trainiert unternehmerisches Denken
Florian Hoffmann, Gründer DO School
  1. DO School, nie gehört. Wer braucht die DO School? Was hat Sie persönlich bewegt, die DO School zu gründen?Die DO School ist eine Bildungsinstitution mit Absolventen in mittlerweile über 50 Ländern. Unsere Programme befähigen junge Talente ihre Idee in die Tat umzusetzen und somit unternehmerisch innovativ tätig zu werden. Damit schliessen wir eine wichtige Lücke bei den traditionellen Bildungsangeboten, die sich auf die Vermittlung von Wissen fokussieren und den Start ihrer Studenten ins echte Leben oft vernachlässigen.
    Ich habe die DO School aus der Überzeugung gegründet, dass in unserer heutigen, von schnellen Veränderungen geprägten Zeit, unternehmerisch handelnde Menschen gebraucht werden, die kompetent Probleme lösen und gute Ideen in die Tat umsetzen. Nach meiner eigener Ausbildung u.a. an der Universität Oxford habe ich gemerkt, dass diese Entwicklung von unternehmerischen Fähigkeiten an keiner Universität unterstützt wurde. Gemeinsam mit einem internationalen Team wuchs aus dieser Idee die DO School.
  2. Warum sollen sich junge Sozial Unternehmer mit einem Supply Chain Thema befassen, noch dazu für ein ganz normales Geschäftsunternehmen wie H&M?

    Global operierende Unternehmen haben großes Potential als positive Akteure die Situation auf der Welt zu verbessern. Gemeinsam mit Partnerfirmen arbeiten wir an Innovationen die zeigen, dass gutes Business auch gut für die Welt sein kann. Müll ist eines der zentralen Probleme unserer Zeit und ein Viertel aller Treibhausgase stammen vom Warentransport. H&M und die DO School haben sich deswegen die Aufgabe gestellt, junge Talente am Supply-chain Thema arbeiten zu lassen, um neue Ideen zur Verpackungsvermeidung zu entwickeln und testen. Wir sind sehr gespannt auf die Bewerbungen und die Ideen der Bewerber.

  3. Was ist das Besondere an der „Green Store Challenge“?

    Die Green Store Challenge, die im Frühling 2014 stattfand, forderte eine Gruppe DO School Studenten heraus, ein neues Ladenkonzept zu entwickeln, das den umweltfreundlichen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt stellte, aber auch in die Auseinandersetzung mit den Kunden geht. Die DO School Studenten eröffneten ihren Concept Store nach zehn Wochen in der Hamburger Mönckebergstrasse und der Laden tourt nun mit Erfolg durch verschiedene Städte wie Berlin und Shanghai.

  4. DO School macht Pioniere von Non-Profit Initiativen fit. Was können ganz normale Unternehmen, insbesondere lokal oder global vernetzte Supply Chain Chefs, von ihnen lernen?

    Die DO School unterstützt junge Unternehmer mit Visionen. In der heutigen Zeit ist das aber nicht genug. Unsere Studenten, genauso wie Mitarbeiter in Firmen brauchen Trainings, die ihnen Innovationsfähigkeiten vermitteln und so zum effektiven, gleichsam flexiblen Handeln verhelfen. Dazu gehört kreatives Denken, Umgang mit internationalen Teams, Problemerkennung und -lösung, die Umsetzung und Kommunikation guter Ideen in sich verändernden Kontexten. DO School Studenten und Firmenmitarbeiter lernen diese Fähigkeiten Hand in Hand in den DO School Programmen.

Hier noch der Link für Interessenten an den Programmen der DO School.

Florian Hoffmann ist Sozialunternehmer, und politischer Philosoph, Gründer und Präsident der DO School. Er spricht regelmässig zu Themen bezüglich gesellschaftlicher Innovation, Bildung und sozialem Unternehmertum. Hoffmann lebt mit seiner Frau in Hamburg und New York.

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