Heute gut – morgen schlecht?

Sehen lernen in der Supply Chain

Kürzlich hatte ich beim Kunden ein interessantes Erlebnis. Wir standen vor einer manuell geführten Grafik vor Ort in der Produktion, die die Ablieferpünktlichkeit der Fertigungsaufträge zeigte.  Eine waagrechte Kalenderskala teilte das Flipchart Blatt in eine obere und eine untere Hälfte.  Für Aufträge, die früher fertig wurden, gab es einen roten Punkt unterhalb der Linie, verspätete Aufträge wurden oberhalb der Linie registriert (Skala in Tagen +/-). Parallel dazu war unmittelbar darunter und nach dem gleichen Schema die Pünktlichkeit der Werkzeugbereitstellung dokumentiert, ebenfalls auftragsbezogen.

Die sechs Teilnehmer des Runden Tischs in der Fertigung blickten diesmal auf ein weniger erfreuliches Bild. Rote Punkte aus den letzten vier Tagen markierten zu viele Terminausreißer nach oben. Bei den Werkzeugen darunter fast das gleiche Bild. Die Schlussfolgerung lag auf der Hand. Probleme in der Werkzeugbereitstellung bremsten die Fertigung und verhinderten die Termineinhaltung. Einen kurzen Augenblick leuchtete das auch mir ein. Aber … Weiterlesen

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Wer macht die Supply Chain erfolgreich?

Heute ist wieder mal der Wurm drin.  Ein trüber Herbstmorgen, krankheitsbedingte Personalausfälle und viele Paletten mit Waren aus einer Produktion, die offensichtlich nachholt, was in den letzten Tagen eher schleppend lief. Und das bei ohnehin schon knappen Transportkapazitäten zwischen Produktion, Lager und internem Versand. Auftrag fertigmelden, zum Transport bereitstellen, abholen und befördern, am richtigen Stellplatz wieder abliefern, ins Lager buchen oder … Alltag in einem Lieferkettenabschnitt.

Vor allem in größeren Werken, die organisch gewachsen sind, womit meist ein wenig optimaler Materialfluss einher geht, wundert es manchmal, wie ordentlich die Dinge dennoch laufen – nur richtig gut ist es eben nicht. Jedenfalls nicht, wenn die schnelle und terminsichere Belieferung von Kunden das Maß der Dinge ist und den entscheidenden Unterschied macht. Bei dieser Betrachtung spielt es übrigens keine große Rolle, ob es um eine komplette, weltweite Supply Chain geht, um einen Werksverbund oder nur um den Mikrokosmos eines kleinen Produktionsabschnitts. Die Frage ist: Wer verkörpert eigentlich die Lieferkette, die diesen Unterschied machen soll? Weiterlesen

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Agile Supply Chains dämpfen Krisensymptome

Aber ohne Flexibilität beim Personaleinsatz geht es nicht.

SMA Solar: „Gewinnerwartung nach unten korrigiert, …, (SMA) trennt sich von rund 1.000 Zeitarbeitern.“ (Handelsblatt vom 20. September 2011). Eine andere Antwort kommt vom Maschinenbauer Trumpf in Ditzingen: „Arbeitszeiten maßgeschneidert – Trumpf mit innovativem Zeitmodell“ (Pressemitteilung vom 18. Mai 2011).

Was ist los in der Industrie? Gestern Krise, bis vor kurzem rasantes Wachstum, heute wieder Unsicherheit – und das im schnellen Wechsel. Lange Konjunkturzyklen scheinen jedenfalls erst mal passé. Wir müssen uns an volatilere Märkte gewöhnen – als Normalzustand. Weiterlesen

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Nur Zahlen getrieben oder wissen was läuft?

Foto: Gerd Heidorn

Die erste Amtshandlung morgens im Büro, Rechner anstellen. Das nahe liegende Fenster zur Wirklichkeit ist die SAP-Maske auf dem Bildschirm. Über Nacht sind neue Aufträge aufgetaucht, Termine haben sich verschoben, Engpass-Ampeln stehen auf Rot. Eine Vielzahl von Kennzahlen über Bestände, Reichweiten oder Verbrauchsgrößen verweigert die klare Aussage, was nun eigentlich zu tun ist. Das schrille Klingeln des Telefons und die erste Eskalation des Tages sind da schon konkreter. Ein Kunde wartet auf dringende Teile, die Fertigung kämpft mit einem technischen Problem, der einzige kompetente Einrichter befindet sich gerade auf Schulung. Der Tag beginnt wie immer. Improvisieren und ansonsten dem IT-System vertrauen.

Potenziale
Kinder, heißt es, verbringen heute zu viel Zeit am Computer, statt die reale Welt draußen zu erobern. Geht es uns nicht manchmal genauso? Weiterlesen

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„Wer hat den Ball?“

Verantwortung in Veränderungsprozessen.

Es gibt viele Gründe, warum eine gute Idee oder ein Veränderungsvorhaben scheitern können – und mit dem Gelingen verhält es sich genauso. Der entscheidende Faktor heißt Verantwortung. Wer will neue Bewegung, wie überzeugend wird die Notwendigkeit von Veränderung vermittelt, und wer steht dafür, dass die Dinge tatsächlich bedacht, angepackt und schließlich in die Tat umgesetzt werden?

Jedes ordentlich organisierte Projekt hat einen Projektleiter. Bei komplexen Themen, wenn beispielsweise Supply Chains funktionsübergreifend umgebaut werden sollen, mag es auch noch einen externen Berater geben. Vor allem aber gibt es viele „Betroffene“. Auf den ersten Blick klingt dieses Wort fast nach „Opfer“, und in schlecht laufenden Veränderungsprozessen sind sie das ja auch gelegentlich. In der Gruppe dieser Betroffenen finden sich sinnvollerweise jedoch auch die Hauptakteure. Und noch günstiger ist es, wenn der oder die operativ Verantwortlichen auch im Projekt selbst die tragende Rolle spielen. Nehmen wir mal an, der Projektleiter ist kein Linienverantwortlicher und einen teuren externen Berater zur Unterstützung gibt es auch noch. Wer ist für den Projekterfolg verantwortlich?

Läuft es gut, hat der Erfolg viele Väter. Bleibt der Durchbruch aus, findet sich zumindest ein Sündenbock. Soweit das klassische Muster. Worum geht es eigentlich? Drei (eigentliche banale) Thesen: Weiterlesen

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